Montenegro

Von Trebinje aus ging es erst mal an die Grenze zu Montenegro. Da ich die grüne Versicherungskarte vergessen hatte, wurden 15€ fällig und ich schlug den Weg Richtung Norden, durch immer enger werden Schluchten ein. Irgendwann baut sich vor einem das Massiv des DumitorNationalparks auf, die Straßen werden immer schlechter und winden sich atemberaubend den Berg hinauf oben angekommen findet man einen wunderschönen, unberührten und von tiefen Schluchten durchzogenen Nationalpark  mit tief blauen Seen und verstreuten Steinfeldern, die von unangetastetem Urwald unterbrochen werden nach einer fabelhaften Nacht mitten im Nirgendwo an einem kleinen See tief in einer Schlucht machte ich mich mit Günther auf nach Žabljak.

Europe; Montenegro, Žabljak Municipality, Dumitor National Park, Nedajno
Europe; Montenegro, Žabljak Municipality, Dumitor National Park, Sušičko jezero

Auf dem Weg dorthin durchbrach das morgendliche Sonnenlicht mystisch den Wald und es war nicht mal 11h morgens als ich völlig überwältigt in Žabljak eintraf und erst mal einen Kaffee genoss und die Bilder vom Vortag bearbeitete. Mir war sofort klar, dass ich länger bleiben würde. Als ich mein Nachtlager zwischen unbewohnten Hütten aufschlug, hörte ich den wohligen Klang on „Sultans of Swing“ und ich suchte nach dessen Quelle. Spieler dieses schönen Stücks Musikgeschichte war Nilosh, der gerade, wen er nicht Gitarre spielte sein Haus weiterbaute. Wir freundeten uns an und es stellte sich schnell heraus, dass Nilsosh ein Sprachgenie war. Neben 6 anderen Sprachen schaffte er es nach nur 5 Monaten in Deutschland  Deutsch zu lernen, und wir konnten uns stundenlang unterhalten. Er gab mir zahlreicheTipps für Montenegro.

 

Europe; Montenegro, Žabljak Municipality, Dumitor National Park, Žabljak
Europe; Montenegro, Žabljak Municipality, Dumitor National Park, Žabljak

Am nächsten Tag kam Günther mal wieder voll auf seine Kosten, versuchte ich doch mal wieder alles mögliche Offroad zu erreichen. dazwischen den Waldabschnitten immer noch Schnee lag, versuchte ich diesmal nicht weiter zu kommen, die Erfahrung mit Schnee hatte ich ja schon in Bosnien gemacht.

Europe; Montenegro, Plužine Municipality, Plužine, Lake Piva
Europe; Montenegro, Žabljak Municipality, Dumitor National Park, Žabljak, Crno Jezero

Nach einem weiteren Tag im Nationalpark war es für mich zeit weiter zu reisen und ich schlug die Straße Richtung Taraschlucht ein. Da ich bei der Fahrt zum Dumitornationalpark ein Kloster übersehen hatte, entschloss ich mich das gesamte Massiv noch einmal zu durchqueren. Nach gefühlten 300 Kurven bergauf und bergab erreichte in Ostrog, welches im Nachhinein gesehen nicht so dermaßen interessant war, aber durch seine gute Infrastruktur bestach, sodass ich ordentlich kochen konnte, und sich  sogar die Toilette als Dusche missbrauchen ließ 🙂

Europe; Montenegro, Mojkovac Municipality, Mojkovac, Dobrilovina Monastery

Nach Ostrog stand noch den Lovćen Nationalpark auf dem Programm, auf dessen höchstem Berg man eine herrliche 360° Aussicht bis zur Küste genießen kann. Durchquert man den Nationalpark (die tausend Kurven lassen alles viel länger erscheinen) landet man schließlich an der Küste in Koter, einer sehr hübschen, in einer großen Bucht gelegenen alten Hafenstadt. Über der Altstadt befindet sich ein altes Fort, von dessen Mauer aus man einen ganz passablen Nachtschuss machen kann.

Europe; Montenegro, Kotor Municipality, Kotor, Fortifications of Kotor

In Kotor sammelte ich meine beiden Österreicher wieder ein, da die beiden zufällig 20km in der Nähe waren und so ging die Reise noch mal ein paar Tage mit Ihnen weiter Richtung Süden. Bevor wir alle zusammen nach Albanien aufbrachen, gönnten wir uns im Süden an der Grenze noch mal einen wunderschönen Strandtag mit feinem, selbgekochtem Essen am Strand.