Makedonien & Thrakien

Es ist mal wieder sehr lustig. Da folgt man dem Rat zweier sehr netter Griechen aus Sarti in Chalkidiki, die einem heiße Quellen irgendwo im Nirgendwo empfehlen und dann trifft man auf Hippies, die sich in aufgegebenen Gebäuden ihr eigenes kleines Paradies geschaffen haben. Die 5 sind so nett und laden mich gleich bei sich ein und ich fühle mich, auch wen ich alles andere als Hippie bin irgendwie sofort wohl. Die heißen Quellen sind herrlich schwefelig und schon Alexander der Große genoss den Ort. Das ist mal wieder ein so abgedrehtes Erlebnis, dass ich mir unbedingt antun musste.

Sarti war ein wunderschöner Zufallstreffer, hatte ich es doch auf Anhieb geschafft einen einsamen Privatstrand zu finden. Kein Strand der Welt; und ich habe schon viel gesehen, kann mit diesen Blau- und Türkistönen, in Kombination mit bizarren Felsformationen in irgendeiner Weise mithalten. Meiner Meinung anch hat Griechenland einfach die schönsten Strände der Welt und das Gute liegt so nahe, dass viele Menschen ihren Blick zu weit schweifen lassen, um solche Mikroparadiese zu finden. Zum Glück gibt es noch diese paar wenigen Kleinode, die vom Massentourismus verschont geblieben sind. An diesem Strand traf ich einen pensionierten Lehrer, der seit 42 Jahren immer dorthin fährt. Ich kann mir zwar nicht vorstellen so was jemals selbst zu machen, aber wir haben uns gegenseitig viele interessante Geschichten erzählt, aus der alten Zeit, als er noch um die Welt reiste und Thailand noch ein einsames Paradies war. Ich beschloss hier an diesem Ort ein paar Tage die Seele baumeln zu lassen.

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Nach wunderschönen, jedoch auch anstrengenden 3 Woche Balkan war es für mich an der Zeit etwas Tempo raus zu nehmen und mit dem Fluss der Dinge zu gehen. Ich entspannte mich so sehr, dass ich im Schatten am Strand einschlief und die Sonne mich dann von der anderen Seite schön verbrannte. Manchmal ist etwas zu viel Entspannung wohl doch schädlich 😉 In relativer Nähe zu meinem Privatstrand fand ich ein Restaurant, dass von zwei Brüdern aufgebaut und geführt wurde. Ich richtete mich mit meinem Laptop ein, um zum einen Bilder zu bearbeiten und zum Anderen um diese Zeilen hier in Digitalform zu bringen. Wir freundeten uns schnell an, die Beiden haben sich vor ein paar Jahren einen VW T3 Bus gekauft und auch selbst ausgebaut. Wir unterhielten uns stundenlang und schließlich luden sie mich auf alles ein. Ich fühlte mich fast schon peinlich berührt, arbeiten die beiden doch den ganzen Sommer stramm durch, um dann im Winter zu reisen. Ich freue mich schon auf so viele Gegenbesuche in Dresden. Die Bude wird übers Jahr gesehen langsam richtig voll 😀

Nach zwei Tagen im Hippielager mit sehr „interessanten“ Erfahrungen, was Spiritualität angeht, etwas dass mir völlig fremd ist, ging es weiter in die Türkei, genauer ach Thrakien. Der Europäische Teil der Türkei ist sehr eigen, sodass dort alle die liberale Ordnung lieben und Erdogan überhaupt nicht ab können. Ich war erstaunt, wie offen sie ihren Präsidenten hassen und dies auch offen auf der Straße kund tun. In Ko gönnte ich Günther neues Motoröl nebst Filter und es war mal wieder eine Herausforderung das ganze nur mit Händen und Füßen zu erklären. Am Ende kümmerten sich 6 Mitsubishimechaniker gleichzeitig um Günther und attestierten im Bestwerte in allen Disziplinen. Das Differenzial, das laut Mitsubishi Dresden angeblich Geräusche macht, konnten die 6 Mann nicht bestätigen und checkten bei der Gelegenheit gleich noch das Getriebeöl. Günther ist kerngesund und munter.

Die Mechaniker organisierten am Telefon über zig Ecken jemanden, der Deutsch sprach, dieser Mensch entpuppte sich als Engin, der an der Küste gerade eine Strandbar einrichtet und so lud er mich gleich ein bei seiner Strandbar zu campen. Es waren mal wieder zwei Tage Entspannung angesagt, bevor es stramm nach Istanbul ging. Denn dort hatte ich sehr Wichtiges zu tun, das aber ein andermal.