Cisleithanien
Eigentlich wollte ich nur einen Tag in Salzburg verbringen, auch weil ich keine Bleibe hatte und das Übernachten in Städten, mit einigen Ausnahmen, nicht so prickelnd ist. Als ich mich in ein christliches Restaurant verirrte, keine Sorge ich wurde nicht zwangsbekehrt und am letzten Blogeintrag schrieb, erhielt ich die Nachricht von Manfred, dass er mich 1-2 Tage aufnehmen könne. Zum Glück muss ich sagen, ist Salzburg doch einfach eine traumhafte Stadt mit herzlichen Menschen. Am Ende blieb ich 3 Tage, was hauptsächlich auf den Verdienst von Manfred und David zurückzuführen ist. Beides sind unglaublich tolle Menschen, Manfred das personifizierte Understatement, David der Prototyp des auf Abenteuer getrimmten Österreichers.

Ich feundete mich recht schnell mit Manfred an und das Vorhaben Salzburg zu erkunden mutierte nach und nach zu einem zweitägigen Pubcrawl mit extensivem Ausschlafen und Kulturprogramm very light in der hübschen Altstadt. Glücklicherweise hätte das Wetter nicht besser sein können und mir gelangen ziemlich gute Nachtaufnahmen.

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Am 3. Tag überzeugte mich schließlich David noch eine kleine Wanderung inklusive Speed-hitch-hiking zu unternehmen, also hing ich noch mal eine Nacht dran. Ich werde auf jeden Fall nah Salzburg zurückkehren, da ich das Gefühl habe hier wirklich Freunde gefunden zu haben. Ich freue mich jetzt schon auf den Gegenbesuch der beiden.

Nachdem ich mich letztlich doch von Salzburg losreißen konnte, macht ich mich daran die Alpenrepublik zu durchqueren, um die umwerfende Natur Sloweniens erneut zu erkunden. Bei meinem letzten Aufenthalt verbrachten wir leider viel zu wenig Zeit im Triglavnationalpark und vor allem im Sočatal. Tiefblaues bis türkises, klares Wasser stürzt atemberaubend tiefe Schluchten herab, im Hintergrund die steil gezackten und noch schneebedeckten julischen Alpen. Die Natur ist hier teils noch unberührt, von Menschen weit und breit nichts zu sehen. Zugegebenermaßen lag es aber auch daran, dass die Triglavsaison erst ab Mai losgeht, da oberhalb von 1500m noch Schnee liegt.

Steil hinauf aus Österreich, und hinab nach Slowenien
Die wilde Soča

Um die Vorteile meines Geländewagens mal ein bisschen auszuspielen, fuhr ich in einige Täler immer tiefer rein, bis der Weg nur noch zu einem schwer passierbaren Waldweg wurde für Günther ein Leichtes, mal gucken, wann 4×4 mal wirklich notwendig sein wird. Auf dem Weg in eines dieser Täler traf ich auf einen Van mit D-Kennzeichen und da es bereits Abend war, beschlossen wir alles zusammen zu unser Nachtlager mitten im Wald zwischen rauschenden Bächen aufzuschlagen. Da die Münchnerin Tara und ihr Freund Jack aus Australien beide Vegetarier warn, gab es frisch gegrilltes Gemüse und österreichisches Dosenbier… hm lecker!

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Nach all den Bergen und Tälern fuhr ich die gesamte Soča hinab und bog dann nach Westen Richtung Koper ab, ein hübsches mediterranes Städtchen auf der istrischen Halbinsel, bevor ich Slowenien schließlich gen Süden verließ.

Unterlauf der Soča