Golestan & Tehran

Nach dem hübschen Wüstenausflug und der hölzernen Moschee stand Golestan auf dem Plan. Die nörlichste Provinz Irans wartet mit ein paar sehr interessanten, hauptsächlich untouristischen Kleinoden auf. Nichtmal die Iraner scheinen die hüschen Orte zu kennen, was für mich natürlich ein weiterer Grund ist die Provinz aufs Korn zu nehmen. Verlässt man Naishabur nordwestlich so gelangt man zum Golestan Nationalpark. Dort entschieden wir uns über kleine Straßen zum Hinterland Richtung Turkmenistan zu fahren. Dabei durchquert man eine sehr pittoreske Hügellandschaft, die von Sträuchern durchzogen ist und dem Gesamtbild eine Art Leopardenlook verleiht.

Asia, Iran, Golestan Province, Gonbad-e Kavous, Khalid Nabi

Irgendwann gelangt man auf die turkmensiche Hochebene (immer noch alles auf iranischer Seite) bis man wieder in südlicher Richtung auf die Hügelkette Khalid Nabi trifft, auf dessen Gipfel eine Mosche sowie ein alter vorislamischer Friedhof anzutreffen ist. Die Aussicht auf die turkmenische Steppe ist atemberaubend und wurde noch surrealer als dien Sandsturm über die Ebene zog und den Sonnenuntergang ist ein krasses Zwielicht tauchte.

Am nächsten Morgen hieß es mal wieder früh aufstehen um das beste Licht am Freidhof zu nutzen. Damals wurde einem gestorbenen Mann ein Phallussymbol in Form eines Penis als Grabstein aufgestellt, Frauen erhielten ein herzförmigen bzw. vaginaförmigen Grabstein. Das sowas lustiges ausgerechnet noch im Iran besteht hätte wohl niemand gedacht 😀

Asia, Iran, Golestan Province, Gonbad-e Kavous, Khalid Nabi cemetery

Von Khalid Nabi ging es zum obligatorischen Duschstop nach Golgan, wo man sich auf Grund des krassen Wechselkurses von 120.000 Rial pro € schonmal ein Viersternehotel für 25€ leisten kann. Am nächsten Tag ging es erst die Kaspische Meeresküste lang bis man sich durch den Wald auf die Berge hochschraubt. Von dort aus über liebliche Dörfer und schroffe, farbie Gebirgszacken bis nach Badab-e Surt. Die Terassen ähneln denen in Denali (Türkei) allerdings sind sie viel kleiner und praktisch nicht besucht. Also Günther schön direkt neben die Terassen stellen und fertig ist der perfekte Schlafplatz.

Asia, Iran, Mazandaran Province, Sari, Orost, Badab-e Surt

Da Cousinchen den höchsten Berg Irans, den Damavand, noch nicht gesehen hatte schwenkten wir noch einmal nach Norden um diesmal den Berg ordentlich zu sehen und zu fotografieren. Wir fragten die örtlichen Nomaden, ob wir auf ihren Wiesen im nirgendwo unser Nachtlager aufschlagen dürfen und wanderten abends bergauf, bis der Blick auf den Gipfel phantastisch war. Der Sonnenuntergang hat sich sehr gelohnt, der Abstieg im Dunkeln ohne Licht war hingegen weniger angenehm.

Asia, Iran, Mazandaran Province, Amol, Damavand Mountain

Nach dem Damavandausflug ging es nach Tehran. Normalerweise würde ich die Stadt aboslut meiden, allerdings haben wir in Esfahan ein paar wirklich sehr nette Leute in einem Restaurant kennengelernt, sodass wir bequem bei diesen unterkommen konnten. Die Herrschaften waren aberwitzig und wir verbrachten noch zwei Tage mit shopping und besuchten die ehemalige amerikanische Botschaft, welche in eine Art Revolutionsmuseem umgemünzt wurde.

Da ich mit der Bearbeitung der Bilder etwas hinterher hinke gibt es in den folgenden Tagen noch einen Extrabeitrag über Kurdistan und den äußersten Norden Irans.